Gesundheitsdialog Baden-Württemberg https://www.gesundheitsdialog-bw.de/ Gesundheitsdialog Baden-Württemberg de-DE Gesundheitsdialog Baden-Württemberg Tue, 20 Nov 2018 17:30:58 +0100 Tue, 20 Nov 2018 17:30:58 +0100 TYPO3 EXT:news news-16 Mon, 16 Jul 2018 14:05:55 +0200 Abschlussbericht des Modellprojekts sektorenübergreifende Versorgung liegt vor https://www.gesundheitsdialog-bw.de//mitteilungen/detailansicht/abschlussbericht-des-modellprojekts-sektorenuebergreifende-versorgung-liegt-vor/ Eine stärkere Vernetzung der Versorgungssysteme und eine Überwindung der starren Sektorengrenzen ist in Zukunft unerlässlich. Das zeigen die Projektergebnisse eines vom Ministerium für Soziales und Integration eingerichteten Modellprojekts zur sektorenübergreifenden Versorgung. Wer versorgt uns zukünftig im medizinischen Notfall? Wo finde ich ärztliche Versorgung, wenn eine hausärztliche Praxis schließt und sich keine Nachfolger finden? Welche Versorgungsmodelle brauchen wir in einer immer älter werdenden Gesellschaft? Diese und weitere Fragen wurden in einem vom Ministerium für Soziales und Integration eingerichteten Modellprojekt zur sektorenübergreifenden Versorgung untersucht. Das Ergebnis: Ambulante und stationäre Versorgung, Gesundheitsförderung und Prävention, Rehabilitation, Pflege und palliative Medizin sowie ehrenamtlichen Strukturen müssen enger verzahnt und zusammen gedacht werden.

„Jede Bürgerin und jeder Bürger soll auch in Zukunft am richtigen Ort zum richtigen Zeitpunkt die richtige Behandlung bekommen. Das ist unser großes Ziel“, sagte Sozial- und Integrationsminister Manne Lucha anlässlich der Vorstellung der Projektergebnisse in Stuttgart.

In dem bundesweit einzigartigen, von Anfang an wissenschaftlich begleiteten Modellprojekt in der Region Südwürttemberg (Landkreise Reutlingen, Biberach und Ravensburg), für das das Land insgesamt eine Million Euro zur Verfügung gestellt hatte, sei von 2016 bis 2018 über Kreisgrenzen hinweg untersucht worden, wie die Gesundheitsversorgung derzeit aussieht und wie sie weiterentwickelt werden muss, um auch künftig eine leistungsstarke, bedarfsgerechte gesundheitliche und medizinische Versorgung im Land sicherzustellen. „Mit dem Modellprojekt haben wir bundesweit Pionierarbeit geleistet, worauf ich richtig stolz bin“, sagte Lucha.
 

Modellprojekt liefert Datengrundlage für Gestaltung zukünftiger Versorgungskonzepte

„Es wurden sowohl die derzeitigen Versorgungsstrukturen von niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten sowie den Kliniken, aber auch der Pflege und Reha genau unter die Lupe genommen. Daraus resultierend sind konkrete Handlungsempfehlungen entwickelt worden, wie wir die gesundheitliche Versorgung in Baden-Württemberg weiter optimieren können“, so der Minister weiter. „Für tragfähige Konzepte braucht es eine umfassende Datengrundlage. Erst auf dieser Grundlage ist es uns möglich, zukünftige Versorgungskonzepte bedarfsgerecht zu gestalten.“ Mit dem Projekt erhalte das Land wichtige Impulse für die Gesundheitsversorgung auch in anderen Regionen in Baden-Württemberg.

„Die Sicherstellung einer flächendeckenden gesundheitlichen Versorgung ist Teil der Daseinsvorsorge und eine wichtige Aufgabe der Stadt- und Landkreise“, betonte der Koordinator des Modellprojekts und Leiter des Reutlinger Kreisgesundheitsamtes, Dr. Gottfried Roller. Dabei fordert er eine stärkere Einbindung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes in der regionalen Versorgungsplanung. „Die vom Land etablierten Kommunalen Gesundheitskonferenzen sind eine ideale Drehscheibe zwischen bürgerschaftlichem Dialog, politischer Steuerung und fachlich sinnvollem Handeln“, so Roller weiter. Das Modellprojekt habe gezeigt, wie wichtig die Einbindung der Kommunalen Gesundheitskonferenzen und des Öffentlichen Gesundheitsdienstes für eine sektorenübergreifende Versorgung sei.
 

Handlungsempfehlungen: Lokale Zentren, multiprofessionelle Teams, digitale Vernetzung

Als Ergebnis des Projekts sind Handlungsempfehlungen entstanden, die sich an die unterschiedlichen Entscheidungs- und Umsetzungsebenen (Bund/Land/lokale Ebene) richten. Konkret soll insbesondere auch in strukturschwachen Regionen die Einrichtung von Primärversorgungszentren erreicht werden, in denen multiprofessionelle Behandlungsteams zusammenarbeiten und gut vernetzt sind.

Ein Beispiel hierfür sind lokale Gesundheitszentren, die auf den regionalen Bedarf abgestimmt und kommunal gut eingebunden sind. In diesen Zentren arbeiten Teams aus Vertreterinnen und Vertretern unterschiedlicher Gesundheits-, Sozial- und anderer Berufe zusammen (Hausärzte, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Akteure aus dem Bereich der Pflege und der Sozialarbeit). Weitere lokale professionelle und ehrenamtliche Angebote sollen an die Zentren angeschlossen werden. Die Zentren können über die Nutzung digitaler Technik mit stationären Einrichtungen vernetzt werden.
 

Methodik des Projekts

Im Zuge des Modellprojektes wurden bei sieben Krankheitsbildern (Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bösartige Neubildungen, psychische, neurologische und andere Erkrankungen) die derzeitigen Versorgungsstrukturen analysiert und dargestellt, wie eine optimale Versorgung für die Patientinnen und Patienten aussehen kann. Dabei wurde deutlich, dass einerseits in Baden-Württemberg eine exzellente Versorgung auf hohem Niveau besteht. Andererseits zeigte die Sicht der Betroffenen und Angehörigen, dass teilweise keine strukturierten Patientenpfade erkennbar sind, es wenig Transparenz über die bestehenden Angebote gibt und Angehörige ihrem Schicksal alleine überlassen werden. Am Beispiel der Essstörungen wurden mehrere Problemfelder deutlich: eine fehlende abgestimmte ambulante und stationäre Planung, lange Wartezeiten auf ambulante und stationäre Therapieplätze, die dazu führen, dass Betroffene zu spät stationär aufgenommen werden und aufgrund des Krankheitsbildes dann lange stationäre Aufenthalte mit hohen ökonomischen Kosten verursachen. Ebenfalls wurden die inadäquate Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Therapeuten und der fehlende Übergang bei der Behandlung von Kindern und Jugendlichen ins Erwachsenenalter deutlich.

„Die nun vorliegenden Empfehlungen und Schlussfolgerungen sehen wir als wichtige Diskussionsgrundlage, weil sie ganz konkrete Schritte hin zu einer wirklich sektorenübergreifenden Versorgung aufzeigen. Diese werden wir nun mit unseren Partnern im Gesundheitswesen, aber auch mit meinen Kollegen in der Gesundheitsministerkonferenz und dem Bundesgesundheitsminister in Berlin diskutieren und auf ihre Umsetzbarkeit prüfen“, so Minister Lucha abschließend.
 

Ergänzende Informationen

Das Versorgungskonzept wurde gemeinsam mit zahlreichen Partnern in der Region, mit Krankenhausträgern, Kassenärztlicher Vereinigung, Krankenkassen, mit dem Öffentlichen Gesundheitsdienst, Vertretungen der Gesundheitsfachberufe und der Pflege sowie den Bürgerinnen und Bürgern erarbeitet. Wissenschaftlich begleitet wurde die Konzeptentwicklung durch das Institut für Allgemeinmedizin der Universität Frankfurt/Main unter der Leitung des Vorsitzenden des Sachverständigenrats zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen, Professor Dr. med. Ferdinand M. Gerlach.

Die begleitenden Dialogveranstaltungen wurden durch das Zentrum für interdisziplinäre Risiko- und Innovationsforschung der Universität Stuttgart (Professor Dr. Dr. h.c. Ortwin Renn/Professor Dr. André Bächtiger) wissenschaftlich konzipiert, moderiert und durchgeführt. Grundlage für die Erarbeitung des Konzepts ist eine Datenerhebung und -analyse durch die Universität Heidelberg (Professor Dr. med. Joachim Szecsenyi). Darin sind die Morbidität, also die Häufigkeit von Erkrankungen unter den Bürgerinnen und Bürgern Baden-Württembergs sowie der Ist-Zustand der ambulanten (haus- und fachärztlichen) und der (teil )stationären Gesundheitsversorgung beschrieben. Außerdem wird der zukünftige Versorgungsbedarf perspektivisch aufgezeigt. Insgesamt wurden auch Daten an den Schnittstellen zur Pflege sowie zur Gesundheitsförderung und Prävention einbezogen. Die Daten werden im Abschlussbericht sowohl auf Landesebene als auch für die Land- und Stadtkreise Baden-Württembergs dargestellt.

Quelle: Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg

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news-15 Fri, 18 May 2018 16:10:00 +0200 Ergebnisse des Förderaufrufes Diabetesprävention liegen vor https://www.gesundheitsdialog-bw.de//mitteilungen/detailansicht/ergebnisse-des-foerderaufrufes-diabetespraevention-liegen-vor/ Immer mehr Menschen, vor allem auch Kinder und Jugendliche, erkranken an Diabetes. Das Ministerium für Soziales und Integration hatte deshalb im Jahr 2017 zur Stärkung der Gesundheitsförderung und Prävention einen Förderaufruf Diabetesprävention an die Stadt- und Landkreise mit Kommunalen Gesundheitskonferenzen gerichtet. Nun liegen Ergebnisse aus zwei geförderten Landkreisen vor. Ziel des Förderaufrufes Diabetesprävention war es, den Ausbau der regionalen Diabeteskompetenz in den Land- und Stadtkreisen über die Kommunalen Gesundheitskonferenzen voranzutreiben und die Diabetesprävention strukturell zu verankern.

Sozial- und Integrationsminister Manne Lucha stellte anlässlich der nun erfolgten Veröffentlichung der Ergebnisse fest: „Diabetes mellitus Typ 2 ist eine der wesentlichen chronischen Stoffwechselerkrankungen. Sie hat zudem eine erhebliche volkswirtschaftliche Bedeutung. Um der Entwicklung und den Folgen entgegenzuwirken, bauen wir die regionale Diabeteskompetenz in den Land- und Stadtkreisen aus und verankern Diabetesprävention strukturell vor Ort.“

Regierungspräsident Wolfgang Reimer, zu dessen Haus auch das Landesgesundheitsamt gehört, gab zu bedenken: „Es ist besorgniserregend, dass von dieser Stoffwechselerkrankung zunehmend auch jüngere Menschen und sogar Jugendliche betroffen sind. Neben einer guten Versorgung sind mir daher die Gesundheitsförderung und die Prävention wichtige Anliegen. Nur so können wir die Krankheitslast und die Folgen der Krankheit reduzieren“, betonte er.

Abschlussberichte aus geförderten Landkreisen

Der Landkreis Lörrach und der Hohenlohekreis konnten im Rahmen des Förderaufrufes gefördert werden. Die nun veröffentlichten Abschlussberichte der beiden Landkreise fassen die Ergebnisse zusammen. (siehe unten)  

Minister Lucha lobte die beiden teilnehmen Kreise: „Ich freue mich, dass die Fördermittel gut angelegt wurden und als Ergebnis jeweils ein erfolgreicher Aufbau eines regionalen Netzwerkes entstanden ist.“

Regierungspräsident Reimer hob dabei noch zwei Einzelprojekte hervor: „Beide Landkreise haben neben der strukturellen Aufgabe auch Projekte umgesetzt, die dazu dienen, Informationen zum Thema Diabetes besser zugänglich zu machen. Das ist ein wichtiger Baustein.“  Die erfolgreich gestarteten Aktivitäten sollen andere Land- und Stadtkreisen inspirieren, eigene Projekte zur Diabetesprävention anzustoßen.

Fachbeirat und Maßnahmenplan

Auf Landesebene wurde zur Umsetzung des prioritären Gesundheitsziels „Diabetes mellitus Typ 2 Risiko senken und Folgen reduzieren“ im März 2014 zunächst ein Fachbeirat Diabetes Baden-Württemberg eingerichtet, um das Ministerium für Soziales und Integration in diesem Themenbereich zu beraten.

2015 erarbeitete der Fachbeirat Diabetes der Maßnahmenplan „Diabetes mellitus Typ 2 und Schwangerschaftsdiabetes“. Die darin dargestellten Themenschwerpunkte hinsichtlich Hintergrund, aktuellem Stand, Zielen, Maßnahmen, Daten und aktuellen Herausforderungen können unverändert weiterhin als Grundlage für Empfehlung von Maßnahmen herangezogen werden. Vom Fachbeirat wurde das Ziel „Erkrankungsrisiko senken durch Gesundheitsförderung und Prävention“ als ein prioritäres vorgeschlagen, welches vom Ministerium für Soziales und Integration im Jahr 2017 durch den Förderaufruf Diabetesprävention aufgegriffen wurde.

Informationen zu den Kommunalen Gesundheitskonferenzen

Als „Fachdialog“ auf der Ebene der Landkreise und Stadtkreise sind die Kommunalen Gesundheitskonferenzen wichtige Partner des Landes zur Umsetzung des Zukunftsplans Gesundheit. Sie stellen ein wesentliches Instrument dar, um gesundheitliche Themen mit örtlichem Bezug aufzugreifen, zu bündeln und zu bearbeiten.  Seit 2010 wurden in bisher 37 Land- und Stadtkreisen Kommunale Gesundheitskonferenzen eingerichtet.

Zu ihren Aufgaben gehören regionale Analysen und Diskussionsprozesse zur Entwicklung kommunaler Ziele für die Bereiche der Gesundheitsförderung, Prävention, medizinischer Versorgung sowie der Pflege. Die Umsetzung dieser Ziele soll im Rahmen entsprechender Fachplanungen erfolgen.

Ergänzende Informationen

Der deutschlandweite DEGS-Survey des Robert-Koch-Institutes aus dem Jahr 2011 zeigte, dass 7,2 Prozent (bundesweit) bzw. 6,3 Prozent (Baden-Württemberg und Bayern) der Bevölkerung im Alter von 18 bis 79 Jahren an einem Diabetes erkrankt waren. Auch aktuelle Surveys wie die GEDA-Befragung 2014/2015 des Robert-Koch-Institutes bestätigen die Häufigkeit mit 7,7 Prozent bundesweit bzw. 6,3 Prozent für Baden-Württemberg.

Die hohe und tendenziell zunehmende Zahl an Diabeteserkrankungen in der Bevölkerung stellt das deutsche Gesundheitssystem sowie auf Grund der erheblichen Kosten der Behandlung des Diabetes einschließlich seiner Begleiterkrankungen die gesamte Volkswirtschaft vor erhebliche Herausforderungen. Etwa 10 bis 15 Prozent der Gesamtausgaben des Gesundheitswesens werden hierfür eingesetzt.

Neben ererbten Faktoren und der demographischen Entwicklung einer älter werdenden Gesellschaft haben Umweltbedingungen und der Lebensstil des Einzelnen für die zunehmende Zahl von Menschen mit Diabetes mellitus Typ 2 eine wesentliche Bedeutung. Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass durch eine moderate Lebensstiländerung der Ausbruch des Diabetes verhindert oder deutlich hinausgezögert werden kann, und unterstreichen damit die Bedeutung einer Diabetesprävention. Ferner konnte gezeigt werden, dass ein erheblicher Anteil der Todesfälle in der Bevölkerung mit einer Erkrankung an Diabetes bzw. dazugehörigen Begleiterkrankungen verbunden ist. Etwa 16 Prozent aller Todesfälle sind auf einen Typ-2 Diabetes zurückzuführen.

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news-14 Thu, 26 Apr 2018 11:00:00 +0200 Bericht zur Versorgungssituation in der Geburtshilfe liegt vor https://www.gesundheitsdialog-bw.de//mitteilungen/detailansicht/bericht-zur-versorgungssituation-in-der-geburtshilfe-liegt-vor/ Immer mehr Kliniken in Baden-Württemberg haben Probleme, offene Hebammenstellen zu besetzen. Das geht aus einem Bericht hervor, den das Heidelberger Institut für Public Health im Auftrag des Ministeriums für Soziales und Integration erstellt hat. Die Ergebnisse wurden am Mittwoch (25. April) bei der jüngsten Sitzung des Runden Tisches Geburtshilfe diskutiert. Auf Initiative des von Staatssekretärin Bärbl Mielich ins Leben gerufenen Runden Tisches Geburtshilfe untersuchten die Wissenschaftler die aktuelle Versorgungssituation im Land und erörterten, wie die werdenden Mütter besser betreut werden können. Der Abschlussbericht umfasst die Entwicklung seit dem Jahr 2010 bis heute. „Der Abschlussbericht dient uns nun als Grundlage dafür, die Versorgungssituation in Baden-Württemberg mit neuen Impulsen zu versehen und weiter zu verbessern“, sagte Bärbl Mielich nach der Sitzung.

Die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Bericht

Im Jahr 2016 arbeiteten in Baden-Württemberg bei steigenden Geburtenzahlen 176 Beleghebammen in 15 Krankenhäusern mit Belegabteilungen. Im Jahr 2015 arbeiteten an den 65 Kliniken mit geburtshilflichen Abteilungen, die sich an der Umfrage beteiligten, insgesamt 1.048 Hebammen, dies entspricht 619 Vollzeitkräften. Von den an der Umfrage beteiligten Kliniken berichtete mehr als die Hälfte über Probleme, offene Hebammenstellen zu besetzen. Auffällig ist auch die kurze Verweildauer der Hebammen im Beruf von vier bis sieben Jahren.

Auch die Stellen für die Fachärztinnen und -ärzte sowie Ärztinnen und Ärzte in der Weiterbildung ließen sich bei jeder dritten Klinik nicht besetzen. Im Jahr 2017 waren mehr als zwei Drittel der niedergelassenen Frauenärztinnen und Frauenärzte 50 Jahre alt oder älter, was bedeutet, dass spätestens bis zum Jahr 2030 zwei Drittel der Frauenarztpraxen nachbesetzt werden müssen.

Bärbl Mielich: „Versorgungsengpässe bestehen insbesondere für Hebammenhilfe vor einer Geburt. Bis zu 51 Prozent der befragten Mütter berichteten von Schwierigkeiten bei der Suche nach einer Hebamme.“ Der Großteil der freiberuflich tätigen Hebammen berichtete von mehr Anfragen nach Hebammenleistungen als diese annehmen können, dies gelte auch für die Nachsorge. „Die Versorgungsengpässe sind regional unterschiedlich. Wir müssen zusehen, dass wir flächendeckend eine optimale Versorgung für werdende Mütter fördern können“, so Mielich weiter. „Wir möchten, dass alle Frauen in Baden-Württemberg die gleichen Chancen und den gleichen Zugang zur Hebammenversorgung haben.“

Im Jahr 2018 verfügen die 10 bestehenden Hebammenschulen über eine Kapazität von 480 Ausbildungsplätzen. Durch Aufnahme neuer Klassen soll diese Kapazität bis 2019 um weitere bereits geplante 146 Ausbildungsplätze, auf insgesamt 626 Ausbildungsplätze ansteigen. Aufgrund des schrittweisen Kapazitätsausbaus und der Ausbildungsdauer von momentan drei und zukünftig vier Jahren (nach der Akademisierung) werden zusätzlich ausgebildete Hebammenschülerinnen und Entbindungspflegeschüler in den Jahren 2020 bis 2024 in den Arbeitsmarkt eintreten. „Wir sehen uns durch den Bericht in unserer Entscheidung bestätigt, die Ausbildungskapazitäten weiter auszubauen“, so Staatssekretärin Mielich.

Ergänzende Informationen

Für den Bericht wurden insgesamt fünf Umfragen von den Berufsverbänden der Frauenärzte, der Hebammen, der Kinder- und Jugendärzte sowie der Krankenhausgesellschaft und dem Ministerium für Soziales und Integration in Baden-Württemberg im Rahmen des Runden Tischs durchgeführt.

Für die Analyse wurden Routinedaten aus dem Gesundheitswesen mit weiteren Daten zusammengeführt und ergänzt, die die Einschätzungen der Betroffenen – sowohl von Eltern als auch in der Geburtshilfe Tätigen – wiedergeben.

Zusammenfassung des Berichts des Heidelberger Instituts für Public Health finden Sie im Download-Bereich.

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news-1 Wed, 19 Oct 2016 13:28:00 +0200 Land und Sozialversicherungsträger unterzeichnen gemeinsame Vereinbarung https://www.gesundheitsdialog-bw.de//mitteilungen/detailansicht/land-und-sozialversicherungstraeger-unterzeichnen-gemeinsame-vereinbarung/ Gesundheitsminister Manne Lucha hat mit den Vertretern der gesetzlichen Krankenversicherung sowie der Renten- und Unfallversicherung im Land eine Vereinbarung unterzeichnet, in der sich alle Beteiligten verpflichten, künftig verstärkt Maßnahmen der Gesundheitsförderung und Prävention auf den Weg zu bringen. Gemeinsames Ziel ist es, Krankheiten zu vermeiden und Gesundheitsförderung und Prävention in allen Lebensbereichen zu stärken. In den kommenden Jahren sollen dafür bereits bewährte Ansätze und Kooperationen ausgebaut, aber auch gemeinsam neue Programme und Projekte insbesondere in Kommunen, Kindertageseinrichtungen, Schulen, Betrieben und Pflegeeinrichtungen realisiert werden.

Mit der Unterzeichnung der Landesrahmenvereinbarung setzen die Partner eine entsprechende Vorgabe des 2015 in Kraft getretenen Bundesgesetzes zur Stärkung der Gesundheitsförderung und der Prävention (Präventionsgesetz) um. Dabei hatten sich die Pflege- und Krankenkassen bereit erklärt, mehr als doppelt so viele Mittel wie bisher für die Gesundheitsförderung und Prävention der Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung zu stellen.
 

Wichtiger Schritt in der Präventionspolitik

Minister Manne Lucha: „Vorsorge ist die beste Medizin. Durch Gesundheitsförderung und Prävention können wir nicht nur Gesundheitsrisiken, sondern auch spätere Kosten zur Behandlung von Krankheiten vermeiden - insbesondere bei Erkrankungen, die durch den Lebensstil beeinflusst werden. Dafür sind eine strategische Koordination und eine intensive Begleitung der Präventionspolitik erforderlich. Die heutige Unterzeichnung der Landesrahmenvereinbarung ist dafür ein wichtiger Schritt.“
 

Enge Zusammenarbeit für nachhaltig wirksame Maßnahmen

Der Minister betonte, in Baden-Württemberg gebe es bereits bewährte Strukturen im Bereich der Gesundheitsförderung und Prävention, auf denen nun weiter aufgebaut werden könne. Beispielhaft nannte er die Stiftung für gesundheitliche Prävention, den Landesausschuss für Gesundheitsförderung und Prävention und die Kommunalen Gesundheitskonferenzen.

Lucha: „Prävention fängt in Baden-Württemberg nicht erst mit der heutigen Unterzeichnung der Landesrahmenvereinbarung an. Aber wirklich nachhaltig wirksame Maßnahmen können nur gelingen, wenn die in verschiedenen Lebensbereichen handelnden Akteure eng zusammenarbeiten. Deshalb ist die heutige Unterzeichnung eine gute Nachricht für die Menschen im Land.“

 

Statements der Partner

Dr. Christopher Hermann, Vorsitzender des Vorstands der AOK Baden-Württemberg, sagte: „Die AOK Baden-Württemberg unterstützt als größte Krankenkasse im Südwesten mit ihren über 4,1 Millionen Versicherten das große Engagement für die Prävention und begrüßt ausdrücklich die Strategie des Landes, in einer Rahmenvereinbarung alle relevanten Player an der Umsetzung zu beteiligen. Mit über 25 Jahren Erfahrung versteht sich die AOK Baden-Württemberg als Vorreiter in der Prävention und stärkt die Gesundheit ihrer Versicherten in jeder Lebensphase mit regional angelegten und qualitätsgesicherten Programmen und einem Angebot von 6.300 AOK-Gesundheitskursen.“

„Die heute abgeschlossene Landesrahmenvereinbarung leistet einen wesentlichen Beitrag, Gesundheitsförderung und Prävention als gesamtgesellschaftliche Aufgaben zu stärken“, so Walter Scheller für die B 52-Verbändekooperation Baden-Württemberg, zu der der BKK Landesverband Süd, die IKK classic, die Knappschaft – Regionaldirektion München und der Verband der Ersatzkassen gehören. „Die Partner der B 52-Verbändekooperation bekennen sich seit langem zu qualitätsgesicherten Präventionsangeboten. Dabei setzen wir auf umfassende und strukturierte Maßnahmen, die die Menschen dort erreichen, wo sie leben und arbeiten. Zusätzlich unterstützen wir mit unserem B 52-Förderpreis „Gesunde Kommune“ Jahr für Jahr die wichtige Präventionsarbeit der Städte und Gemeinden vor Ort. Diese Arbeit werden wir unter der Ägide der Landesrahmenvereinbarung gemeinsam mit unseren Partnern aktiv fortsetzen.“

„Prävention und Rehabilitation vor Rente lautet der Grundsatz der Deutschen Rentenversicherung in Baden-Württemberg. Die Landesrahmenvereinbarung beinhaltet eine Weichenstellung in die richtige Richtung. Es gar nicht erst zur Krankheit kommen zu lassen, sondern vorher anzusetzen und vorzubeugen, ist enorm wichtig. Wir bieten seit Jahren maßgeschneiderte Präventionskonzepte. Dass sich jetzt alle Beteiligten vernetzen, ist extrem positiv“, sagte Andreas Schwarz, Erster Direktor und Geschäftsführer der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg.

Siegfried Tretter, Geschäftsführer der Unfallkasse Baden-Württemberg, betonte: „Die Unfallkasse Baden-Württemberg möchte gemeinsam mit den anderen Trägern und mit den Verantwortlichen in den Kommunen durch besser vernetzte Präventionsangebote dazu beitragen, dass die Vision Zero – also die Verhinderung von tödlichen Arbeitsunfällen erreicht wird. Gleichzeitig wollen wir die Gesundheitsziele anderer Träger durch die Präventionsleistungen der Unfallkassen Baden-Württemberg unterstützen.“

Anton Haupenthal, Leiter der Knappschaft-Bahn-See - Regionaldirektion München sagte: „Es muss alles dafür getan werden, Krankheiten bereits möglichst frühzeitig zu vermeiden. Dafür müssen wir die Menschen direkt in ihren Lebensbereichen erreichen, ermutigen und für die eigene Gesundheitsvorsorge ein gutes Stück weit auch begeistern. Dies können wir nur mit allen Akteuren gemeinsam erreichen. Die heute unterzeichnete Landesrahmenvereinbarung ist hierfür ein wichtiger Schritt. Die Knappschaft-Bahn-See tritt deshalb der Vereinbarung nicht nur als gesetzliche Krankenkasse, sondern auch als Rentenversicherungsträger bei und unterstützt diese aktiv."

Claudia Lex, Geschäftsführerin der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) sagte: „Bei der SVLFG wird das Thema Prävention traditionell groß geschrieben. Schon bisher unternimmt die SVLFG sozialversicherungszweigübergreifend – unter dem gemeinsamen Dach für die Unfall-, Renten- und Krankenversicherung – alle Anstrengungen, um Krankheiten und Unfallrisiken ihrer Versicherten möglichst früh zu erkennen und zu vermeiden. Die heute unterzeichnete Vereinbarung setzt die Grundlagen für eine stärkere Zusammenarbeit aller Sozialversicherungsträger und Kommunen in den Bereichen Prävention und Gesundheitsförderung im Land Baden-Württemberg. Nun gilt es, diese mit Leben zu füllen und die Aktivitäten zum Wohle aller Versicherten entsprechend auszurichten.“

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news-2 Wed, 02 Dec 2015 13:41:00 +0100 Welche Zukunft hat der Hebammenberuf? https://www.gesundheitsdialog-bw.de//mitteilungen/detailansicht/welche-zukunft-hat-der-hebammenberuf/ Forumsveranstaltung des Ministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren Baden-Württemberg

2. Dezember 2015, 10:00 Uhr bis 14:00 Uhr

Irmgard-Bosch-Bildungszentrum am Robert-Bosch-Krankenhaus,
Auerbachstraße 110, 70376 Stuttgart


Die Veranstaltung wird durch Frau Ministerin Altpeter eröffnet werden. In der sich anschließenden Podiumsrunde wird sie die Frage "Welche Zukunft hat der Hebammenberuf?" gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Hebammen, der Eltern, der Krankenkassen und der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft diskutieren. Anschließend werden in drei parallel stattfindenden Foren die Themen „Freiberufliche Hebammen“, „Hebammen in Krankenhäusern“ und „Hebammen in den frühen Hilfen“ nochmals eingehender betrachtet und diskutiert werden.


Weitere Informationen können Sie dem Programmflyer, der rechts im Downloadbereich zur Vefügung steht, entnehmen.

Um Anmeldung bis zum 27. November 2015 wird gebeten.

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news-3 Thu, 15 Oct 2015 13:42:00 +0200 Gesundheitsministerin präsentiert Aktionsplan gegen Volkskrankheit Diabetes https://www.gesundheitsdialog-bw.de//mitteilungen/detailansicht/gesundheitsministerin-praesentiert-aktionsplan-gegen-volkskrankheit-diabetes/ Gesundheitsministerin Katrin Altpeter hat auf der Landesgesundheitskonferenz in Fellbach einen von Fachleuten erarbeiteten Aktionsplan zur Bekämpfung von Diabetes in Baden-Württemberg vorgestellt. Ziel des Plans ist es, die Zahl der Neuerkrankungen im Land deutlich zu reduzieren und die Versorgungssituation von Betroffenen zu verbessern. Erreicht werden soll das durch einen Ausbau der Früherkennungsmaßnahmen, neue Präventionsstrategien und spezialisierte Versorgungsangebote.

„Die ständig wachsende Zahl von Diabeteserkrankungen stellt unser Gesundheitssystem vor große Herausforderungen. Wir müssen jetzt handeln, damit uns die Kosten für die Behandlungen von Diabetes und seiner Folgeerkrankungen nicht über den Kopf wachsen. Und die wissenschaftlichen Studien zeigen, dass man gegen Typ 2-Diabetes tatsächlich erfolgreich etwas tun kann“, sagte Ministerin Altpeter.

Derzeit leben in Baden-Württemberg circa 735.000 Menschen mit der Diagnose Diabetes, weitere mehr als 200.000 sind ebenfalls krank, wissen das aber nicht. Schon heute ist Diabetes mellitus Typ 2 mit etwa sechs Millionen betroffenen Menschen eine der häufigsten Volkskrankheiten in Deutschland. Die Zahl der Neuerkrankungen steigt kontinuierlich – jeden Tag erkranken bundesweit über 700 Personen neu an Typ 2-Diabetes, pro Jahr sind das circa 270.000 Menschen. Jeder dritte über 70-Jährige ist Diabetiker. Betroffen sind aber auch immer häufiger Kinder und Jugendliche.
Diabetes mellitus wird oft erst spät erkannt, auch weil die Krankheitssymptome oft über viele Jahre hinweg nur schwach ausgeprägt sind. Ein ungesunder Lebensstil und falsches Ernährungsverhalten spielen bei der Erkrankung eine erhebliche Rolle, Übergewicht gilt als eine der Hauptursachen. Diabetes und seine Folgeerkrankungen beschneiden massiv die Lebensqualität der Erkrankten und verringern die Lebenserwartung um bis zu 14 Jahre.

 

Aktionsplan gegen Diabetes

Der nahezu 100 Seiten umfassende Aktionsplan beschreibt auf vier Themenfeldern Ziele und Maßnahmen, um das Typ 2-Diabetesrisiko zu senken und seine Folgen zu reduzieren:

  • „Risikogruppen und Erkrankte identifizieren und erreichen“
  • „Erkrankungsrisiko senken durch Gesundheitsförderung und Prävention“
  • „Versorgungsstrukturen stärken“ und
  • „Stärkung der sozialen und regionalen Diabeteskompetenz“.

Erarbeitet wurde das Maßnahmenpapier von einem von Ministerin Altpeter eingerichteten Fachbeirat Diabetes mit Mitgliedern aus Medizin, Wissenschaft, Krankenkassen, Kommunalen Landesverbänden, öffentlichem Gesundheitsdienst, anderen Ministerien sowie aus der Selbsthilfe.

Risikogruppen und Erkrankte besser identifizieren und erreichen:
Deutlich effektiver als bisher sollen Altpeter zufolge die Maßnahmen zur Früherkennung von Diabetes mellitus Typ 2 gestaltet werden. Sie werde sich deshalb unter anderem auf Bundesebene für die Einführung einer systematischen Früherkennungsuntersuchung von Diabetes mellitus Typ 2 einsetzen, so die Ministerin. Diese könne bspw. mit anderen bereits bestehenden Präventionsmaßnahmen („Check-up-35“) verbunden werden. „Studien belegen, dass man den Ausbruch von Diabetes Typ 2 deutlich verzögern oder sogar verhindern kann, wenn man frühzeitig um sein Krankheitsrisiko weiß und seinen Lebensstil ändert“, erklärte die Ministerin.

Erkrankungsrisiko durch Gesundheitsförderung und Prävention senken:
Sind Personen als besonders risikobelastet identifiziert oder leiden sie bereits an einer Prädiabetes, dann sollen sie sich in Zukunft individuell beraten lassen können, wie sie ihren Lebensstil ändern können. Große Hoffnungen setzt Altpeter hierbei auf das neue Präventionsgesetz des Bundes, das unter anderem vorsieht, die bestehenden Gesundheits- und Früherkennungsuntersuchungen weiterzuentwickeln und Ärzten die Möglichkeit zu geben, individuelle Präventionsempfehlungen für ihre Patienten auszustellen.
Zudem soll das Informationsangebot nach dem Willen der Ministerin deutlich erweitert werden. Bislang sei das Wissen über Diabetes und mögliche Präventionsmaßnahmen in der Bevölkerung oft sehr gering ausgeprägt, selbst bei einer familiären Diabeteserkrankung, so Altpeter.
Unter anderem für Schwangere soll es auch zielgruppengenaue Präventionsangebote geben. Bis zu 60 Prozent aller Frauen mit einem Schwangerschaftsdiabetes erkranken innerhalb von zehn Jahren nach der Schwangerschaft an einem Diabetes mellitus Typ 2, so dass Präventionsangebote für diese Patientinnengruppe notwendig und sinnvoll sind.

Versorgungsstrukturen ausbauen und stärken:
Die Ministerin will auch der Empfehlung der Fachleute folgen und die Versorgungsstrukturen im Diabetes-Bereich ausbauen. Das gilt besonders für spezialisierte Fußambulanzen und psychologische Betreuungsangebote. Altpeter zufolge entwickeln rund ein Drittel der Patienten im Lauf der Erkrankung behandlungsbedürftige psychische Störungen. Deshalb will sie auf Landesebene gemeinsam mit allen Beteiligten detailliert erarbeiten, wie für die Zukunft gewährleistet werden kann, dass möglichst viele Patienten entsprechende Angebote erhalten.
Fußambulanzen sind auf die Behandlung des diabetischen Fußsyndroms ausgerichtet, eine Durchblutungsstörung der Füße, die für circa 70 Prozent (rund 50.000 Fälle im Jahr) aller Amputationen in Deutschland verantwortlich ist. Altpeter will nun gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung prüfen, wie mehr spezialisierte Fußambulanzen in Baden-Württemberg eingerichtet werden können. Bislang ist die Versorgungsdichte mit entsprechend zertifizierten ambulanten oder stationären Behandlungseinrichtungen in Baden-Württemberg relativ gering. „Hier müssen wir mehr tun“, so die Ministerin.

Stärkung der sozialen und regionalen Diabeteskompetenz:
Weil bislang nur wenige verlässliche Daten für Deutschland bzw. Baden-Württemberg vorliegen, sollen Daten über Häufigkeit, Behandlung und Therapieergebnisse von Diabetes künftig besser erfasst bzw. besser verarbeitet werden können. Altpeter zufolge wird sich die Landesregierung für die dafür erforderlichen rechtlichen Änderungen bzw. Grundlagen – zum Beispiel Datenweitergabe von Krankenkassen, Kassenärztlicher Vereinigungen und Sozialhilfe – auf Bundesebene einsetzen.
Um die Auseinandersetzung mit Diabetes mellitus auch auf regionaler Ebene anzustoßen, kündigte Altpeter eine Impulsförderung an, mit der Diabetes als Schwerpunktthema in den Kommunalen Gesundheitskonferenzen gefördert werden soll. Auf Kommunalen Gesundheitskonferenzen erarbeiten die regionalen Akteure des Gesundheitswesens vor Ort Lösungen für gesundheitspolitischen Herausforderungen der Region. Sie führen kommunalen Sachverstand und umfassendes fachliches Wissen zusammen und beziehen die Bürgerinnen und Bürger von Beginn an mit ein. Die Ministerin: „Die Bekämpfung von Diabetes ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die wir auf allen Ebenen und mit allen Bevölkerungsgruppen angehen müssen. Dafür sind die Kommunalen Gesundheitskonferenzen, die wir mit dem neuen Landesgesundheitsgesetz zur Pflichtaufgaben für die Stadt- und Landkreise gemacht haben, wie geschaffen.“

 

Hintergrundinformationen

Diabetes mellitus („Zuckerkrankheit“) ist der Sammelbegriff für unterschiedliche Störungen des Stoffwechsels, die zu chronisch erhöhten Blutzuckerwerten führen. Die Ursache liegt entweder in einer gestörten Produktion und Ausschüttung des Hormons Insulin oder einer gestörten Insulinwirkung oder auch in beidem. Langfristig erhöhte Blutzuckerwerte verursachen oftmals Folgeerkrankungen. So ist bei Diabetes das Risiko zum Beispiel für Schlaganfall, Zahnerkrankungen, Impotenz, Durchblutungsstörungen der Beine oder Füße oder für bestimmte Krebserkrankungen zum Teil deutlich höher als bei Menschen ohne Diabetes. In Deutschland sind circa 7,2 Prozent der Bevölkerung zwischen 18 und 79 Jahren an Diabetes erkrankt.

Es gibt unterschiedliche Formen der Diabeteserkrankung, die sich hinsichtlich der Ursachen, dem Zeitpunkt des Auftretens, der Prognose und der Häufigkeit stark unterscheiden. Dazu gehören unter anderem:

Der Diabetes mellitus Typ 1 tritt häufig im Kindes- und Jugendalter auf und ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die körpereigene Insulinproduktion in der Bauchspeicheldrüse angreift und die insulinproduzierenden Zellen zerstört. Dadurch entsteht ein Insulinmangel. Betroffene sind lebenslang auf Insulinspritzen angewiesen. Bisher gibt es keine Möglichkeit, die Erkrankung zu vermeiden. In Deutschland sind circa 350.000 Menschen an Diabetes mellitus Typ 1 erkrankt.

Rund 90 bis 95 Prozent aller Diabetes-Kranken weisen einen Diabetes mellitus Typ 2 auf. Er ist durch eine gestörte Produktion und Ausschüttung des Insulins und eine verminderte Wirkung des Insulins gekennzeichnet. Zwar erkranken die meisten Menschen erst im mittleren oder höheren Lebensalter an Diabetes mellitus Typ 2, die Erkrankung betrifft aber zunehmen auch jüngere Menschen. Übergewicht bzw. Adipositas, Bewegungsmangel sowie Vererbung sind Risikofaktoren für eine Erkrankung. In Deutschland sind etwa sechs Millionen Menschen davon betroffen.

Kosten für das Gesundheitssystem: Insgesamt gehen in Deutschland rund 12 Prozent der Gesamtausgaben des Gesundheitswesens auf das Konto von Diabetes und dessen Komplikationen. Diabetes belastet das Gesundheitssystem mit jährlich 25. Milliarden Euro an direkten Kosten im Bereich der Kranken- und Pflegeversicherung und 13 Milliarden Euro im Bereich der indirekten Kosten.

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news-4 Thu, 15 Oct 2015 10:02:00 +0200 Statussymposium der Landesgesundheitskonferenz 2015 https://www.gesundheitsdialog-bw.de//mitteilungen/detailansicht/statussymposium-der-landesgesundheitskonferenz-2015/ Das Statussymposium der Landesgesundheitskonferenz findet am 15. Oktober 2015 von 10.15 Uhr bis 13.00 Uhr in der Schwabenlandhalle Fellbach statt.

Weitere Informationen können Sie dem Einladungsflyer, der sich rechts im Downloadbereich befindet, entnehmen.

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news-5 Mon, 31 Aug 2015 10:04:00 +0200 Bericht zur Jungen- und Männergesundheit vorgelegt https://www.gesundheitsdialog-bw.de//mitteilungen/detailansicht/bericht-zur-jungen-und-maennergesundheit-vorgelegt/ Zu einem erfreulichen Ergebnis kommt der erste Bericht zur gesundheitlichen Lage von Jungen und Männern in Baden-Württemberg. Der vom Steinbeis-Transferzentrum Gesundheits- und Sozialforschung im Auftrag des Sozialministeriums erstellte Report enthält umfangreiches Datenmaterial und stellt fest, dass die gesundheitliche Lage in Baden-Württemberg im bundesweiten Vergleich „weit überdurchschnittlich gut" ist und dass dies „auch für Jungen und Männer gilt".

Dies teilte Gesundheitsministerin Katrin Altpeter bei der Veröffentlichung dieser gendersensiblen Gesundheitsberichterstattung mit. Auch für Baden-Württemberg zeige sich für Jungen und Männer eine starke Soziallageabhängig-keit ihrer gesundheitlichen Lage wie auch ihres Gesundheitsverhaltens, ergänzte die Ministerin.

Die männliche Lebenserwartung bei Geburt beträgt dem Bericht zufolge aktuell 79,2 Jahre und ist damit die höchste bundesweit. Auch der Lebenserwartungsunterschied zwischen Jungen und Mädchen ist vergleichsweise gering, liegt jedoch immer noch bei 4,4 Jahren. Beides spiegelt nach den Erkenntnissen der Forscher vor allem die geringe Sterblichkeit an Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen wider und ist in erster Linie der guten sozialen Situation in Baden-Württemberg zu verdanken.

Ministerin Altpeter wies jedoch darauf hin, dass der insgesamt sehr positive Gesamtbefund für Jungen und Männer in Baden-Württemberg nicht für alle Ge-sundheitsbereiche, nicht für ganz Baden-Württemberg und auch nicht für alle Jungen und Männer gleichermaßen gilt. Soweit möglich seien die Analysen in dem Bericht bis auf die Ebene der Stadt- und Landkreise durchgeführt worden, so die Ministerin.

Dabei zeigten sich z.T. erhebliche regionale Unterschiede in der Jungen- wie der Männergesundheit. Ministerin Altpeter begrüßte den Vorschlag der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, spezifische Probleme der Jungen- und Män-nergesundheit in den Kommunalen Gesundheitskonferenzen in Baden-Württemberg aufzugreifen.

Landesweit gegenüber Deutschland erhöht ist dem Bericht zufolge die männliche Sterblichkeit an Verletzungen, v.a. an Unfällen. Diese betrifft insbesondere die Altersgruppen ab 65 Jahren. Dieses zunächst einmal Besorgnis erregende Ergebnis korrespondiert nach den Erkenntnissen der Wissenschaftler jedoch mit Befunden aus anderen Datenquellen, die zeigen, dass ältere Männer in Baden-Württemberg sportlicher sowie seltener pflegebedürftig sind als deutschlandweit. Bundesweite Vergleiche zeigten außerdem, dass Männer in Baden-Württemberg häufiger von Freizeitunfällen betroffen sind und dass Verunglückte im Straßenverkehr häufiger auf Fahrrad oder Motorrad unterwegs waren. „Es zeigt sich eine Befundlage, die darauf hindeuten könnte, dass ältere Männer in Baden-Württemberg insgesamt überdurchschnittlich aktiv sind und evtl. genau deswegen auch häufiger tödliche Unfälle erleiden", so die vorsichtige Bewertung dieses Sachverhaltes in der Studie.

Auch die männliche Suizidsterblichkeit ist in Baden-Württemberg laut dem Bericht im bundesweiten Vergleich seit Jahren leicht erhöht. Dies betreffe insbesondere die Altersgruppe der 55 bis 60 Jahre alten Männer, die stark vom Ausscheiden aus dem Beruf oder der Aussicht darauf geprägt sei. Die Ergebnisse könnten dem Bericht zufolge darauf hinweisen, dass die „eigentlich ja durchaus positive männliche Verbundenheit mit der Arbeit in Baden-Württemberg noch stärker ausgeprägt ist und das Bevorstehen des altersbedingten Ausscheidens aus dem Beruf zu psychischen Problemen führt". Hier plädieren die Autoren für eine Verstärkung des „psychischen Arbeitsschutzes" im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements.

 

Ergänzende Informationen
Der umfangreiche Bericht mit einer Fülle von Tabellen und Schaubildern ist auf der Homepage des Sozialministeriums und des Gesundheitsdialogs zu finden.

Er bringt grundlegende Daten zur gesundheitlichen Lage von Jungen und Männern in Baden-Württemberg (Todesursachen, Lebenserwartung, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebserkrankungen, Diabetes, psychische Störungen, Unfälle), er schildert die sozialen Rahmenbedingungen von Gesundheit und befasst sich auch mit der Männergesundheit in der Arbeitswelt. Zum Schluss geht der Bericht auch ausführlich auf die jungen- und männerbezogene Gesundheitsförderung und Prävention ein.

„…Männergesundheit ist erfahrungsgemäß ein Thema mit hohem Unterhaltungswert, sehr dankbar für Cartoons und Video-Clips. Der kürzlich veröffentlichte erste Männergesundheitsbericht des Robert Koch-Instituts führte u.a. prompt zu einer Glosse im Ärzteblatt mit dem Titel „Selbst schuld" (Schmedt 2015). Warum ist Männergesundheit so unterhaltsam? Der Witz entsteht durch die Spannung, die schon dem Begriff „Männergesundheit" zu eigen ist, der gefühlten Paradoxie zwischen den Begriffen „Mann" und „Gesundheit". Und damit sind wir schon mitten im Thema…"

Erstellt wurde der Bericht vom Steinbeis-Transferzentrum Gesundheits- und Sozialforschung im Auftrag des Sozialministeriums unter der Leitung von Professor Bertram Szagun. 

 

Quelle: Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren Baden-Württemberg 

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news-6 Tue, 21 Jul 2015 10:05:00 +0200 Kabinett beschließt Landesgesundheitsgesetz https://www.gesundheitsdialog-bw.de//mitteilungen/detailansicht/kabinett-beschliesst-landesgesundheitsgesetz/ Das Kabinett hat dem von Sozialministerin Katrin Altpeter eingebrachten Landesgesundheitsgesetz (LGG) zugestimmt. Das Gesetz bildet die gesetzliche Grundlage für die Schaffung von zukunftsweisenden Strukturen im Gesundheitswesen in Baden-Württemberg. Das Land nimmt mit dem Gesetz bundesweit eine Vorreiterrolle ein.

 

Deutschlandweit einzigartig werden die Aufgaben, die Zusammensetzung und das Zusammenwirken verschiedener Gremien im Gesundheitsbereich auf Landes- und kommunaler Ebene geregelt. Als zentrales Gremium für die Weiterentwicklung des Gesundheitswesens im Land wird die Landesgesundheitskonferenz verankert, in der alle wichtigen Akteure des Gesundheitswesens vertreten sind. Sie tagt künftig mindestens einmal im Jahr.

Künftig zur Pflichtaufgabe für die Stadt- und Landkreise in Baden-Württemberg wird die Einrichtung von Kommunalen Gesundheitskonferenzen, um vor Ort Lösungen für gesundheitspolitische Herausforderungen zu erarbeiten. Zudem wird der Sektorenübergreifende Landesausschuss, in dem über ambulante und stationäre Versorgungsfragen beraten wird, gesetzlich festgeschrieben.

Bundesweit einmalig ist Ministerin Altpeter zufolge auch die Verankerung der Bürgerbeteiligung in den Gesundheitsgremien des Landes. „Die Menschen in Baden-Württemberg wollen bei Gesundheitsfragen nicht mehr nur angehört, sondern auch bei der Entscheidungsfindung beteiligt werden. Diesem Anspruch kommen wir mit dem Gesetz nach“, so die Ministerin. Das Gesetz geht jetzt in die Anhörung und soll zum Jahreswechsel in Kraft treten.

 

Landesgesundheitskonferenz als zentrales Gremium
Als zentrales Gremium für die Weiterentwicklung des Gesundheitswesens in Baden-Württemberg wird im LGG die Landesgesundheitskonferenz (LGK) verankert. Sie bildet das Dach der gesundheitspolitischen Gremien des Sozialministeriums und setzt sich unter anderem aus Vertretern der Kostenträger und Leistungserbringer, der Wissenschaft, der Patienten- und Bürgerschaft, der Arbeitnehmer und Arbeitgeber, der Heilberufekammern, der Gesundheits- und Pflegeberufe sowie der Kommunalen Landesverbände zusammen. Aufgabe der künftig mindestens einmal im Jahr tagenden Landeskonferenz ist der fachliche Austausch über die Neuausrichtung des Gesundheitswesens sowie die Erarbeitung gemeinsamer Empfehlungen.

Zwar könne die LGK wegen der Bundeszuständigkeit insbesondere in Fragen der medizinischen Versorgung, der Pflege und der Gesundheitsförderung keine rechtlich verbindlichen Beschlüsse erlassen. Aber: „Es ist bundesweit einmalig, dass die wesentlichen Akteure des Gesundheitswesens in einem solchen Gremium auf Landesebene gemeinsame Empfehlungen aussprechen, die sie dann in ihrem eigenen Zuständigkeitsbereich umsetzen“, sagte Ministerin Altpeter.


Kommunale Gesundheitskonferenzen werden Pflichtaufgabe
Mit dem LGG wird die Einrichtung Kommunaler Gesundheitskonferenzen für Stadt- und Landkreise mit eigenen Gesundheitsämtern zur Pflichtaufgabe. Bisher war das freiwillig. „Seit 2010 haben 37 der 44 Stadt- und Landkreise Kommunale Gesundheitskonferenzen eingerichtet. Deren Ergebnisse sind so vielversprechend, dass wir sie als verbindliches Instrument zur Weiterentwicklung des Gesundheitswesens in den Kreisen festschreiben“, erläuterte Altpeter.

Auf Kommunalen Gesundheitskonferenzen erarbeiten die regionalen Akteure des Gesundheitswesens vor Ort Lösungen für gesundheitspolitischen Herausforderungen der Region. Sie führen kommunalen Sachverstand und umfassendes fachliches Wissen zusammen und beziehen die Bürgerinnen und Bürger von Beginn an mit ein. Auf eine gesetzliche Vorgabe, wie die Konferenzen zusammengesetzt sein sollen, wurde Ministerin Altpeter zufolge bewusst verzichtet. „Dadurch können die Kreise eine an den örtlichen Gegebenheiten und am jeweiligen Thema ausgerichtete Zusammensetzung gewährleisten.“


Sektorenübergreifender Landesausschuss wird gesetzlich verankert
Gesetzlich verankert wird mit dem LGG auch der 2011 vom Land eingerichtete Sektorenübergreifende Landesausschuss. Mit dem Ausschuss hat das Land ein Gremium für die Bedarfsplanung von ambulanter und stationärer Versorgung geschaffen, in dem alle relevanten Versorgungsträger und Leistungserbringer sowie Patientenvertreter vertreten sind. Neben sektorenübergreifenden Versorgungsfragen berät der Ausschuss auch allgemeine Fragen der gesundheitlichen Versorgung und der Entwicklung medizinischer Versorgungsstrukturen.


Neuer Landesausschuss stärkt Gesundheitsförderung und Prävention
Neu eingerichtet wird der Landesausschuss für Prävention und Gesundheitsförderung. Damit folgt das Land der Vorgabe seines Gesundheitsleitbildes, wonach dieser Bereich künftig gleichberechtigt neben der medizinischen Versorgung und der Pflege stehen soll. Aufgabe des Ausschusses ist es, landesweite Strategien und Programme zu entwickeln und zu steuern. Dem Ausschuss gehören Vertreter der fachlich berührten Ministerien, der kommunalen Landesverbände, der gesetzlichen Krankenkassen, der Deutschen Rentenversicherung, der Berufsgenossenschaften, der Wissenschaft, des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, des Landesschul- und Volkshochschulverbandes sowie der Landesstelle für Suchtfragen an.


Klar definierter Auftrag für Gesundheitsgremien
Seit Jahren arbeiten unter der Federführung des Sozialministeriums zahlreiche Arbeitsgemeinschaften und Beiräte erfolgreich an der Entwicklung und Koordination gesundheitspolitischer Maßnahmen, zum Beispiel die LAG Sucht, das Aktionsbündnis Organspende oder der Landesbeirat Onkologie. Deren Arbeitsweisen, Zuständigkeiten und Zusammenarbeit werden durch das Landesgesundheitsgesetz jetzt erstmals gesetzlich geregelt. Ministerin Altpeter wies darauf hin, dass einmal eingesetzte Gremien anders als bisher künftig kein zeitlich unbegrenztes Mandat mehr erhalten. Auftrag und Notwendigkeit dieser Gremien werden künftig zu Beginn jeder Legislaturperiode überprüft.


Bericht zum Zukunftsplan Gesundheit vorgelegt
Flankierend zum Landesgesundheitsgesetz legte Ministerin Altpeter in der Kabinettssitzung einen Bericht über den Umsetzungsstand des Zukunftsplans Gesundheit vor. Der Zukunftsplan bündelt die Aktivitäten der Landesregierung zur Weiterentwicklung des Gesundheitswesens in Baden-Württemberg. Stärker als bisher werden alle Partner im Gesundheitswesen sowie Bürgerinnen und Bürger in diesen Prozess eingebunden. Ein neuer Internetauftritt informiert über die Gesundheitsdialoge auf allen Ebenen sowie über aktuelle Entwicklungen. Gemeinsam mit allen Akteuren wurde das Gesundheitsleitbild erarbeitet. Außerdem ist der Gesundheitsatlas Baden-Württemberg weiterentwickelt worden, der Zahlen und Fakten rund um die Gesundheit der Menschen im Land liefert.

 

Quelle: Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren

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news-7 Sat, 09 May 2015 10:07:00 +0200 Selbsthilfe im Gesundheitswesen https://www.gesundheitsdialog-bw.de//mitteilungen/detailansicht/selbsthilfe-im-gesundheitswesen/ Samstag, 9. Mai 2015 im Bürgerzentrum Waiblingen

Vertreterinnen und Vertreter aus der Gesundheitsselbsthilfe laden wir zu unserer Veranstaltung ein, die wir in Zusammenarbeit mit dem PARITÄTISCHEN
Baden-Württemberg e.V., der LAG KISS und der LAG SELBSTHILFE Baden-Württemberg e.V. durchführen. Ziel ist es, gemeinsam den aktuellen Stand zu den Unterstützungsmöglichkeiten in der Selbsthilfe zu diskutieren und Lösungsansätze für die Zukunft zu erarbeiten.

Weitere Informationen können Sie dem Einladungsflyer, der auf der rechten Seite zum Download bereitsteht, entnehmen.

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news-8 Wed, 18 Mar 2015 10:07:00 +0100 Landesregierung und Partner unterzeichnen Bündnis für Arbeit und Gesundheit in Baden-Württemberg https://www.gesundheitsdialog-bw.de//mitteilungen/detailansicht/landesregierung-und-partner-unterzeichnen-buendnis-fuer-arbeit-und-gesundheit-in-baden-wuerttemberg/ Sozialministerin Katrin Altpeter hat in Stuttgart gemeinsam mit Partnern das Bündnis „Arbeit und Gesundheit in Baden-Württemberg“ unterzeichnet. In elf gemeinsamen Leitsätzen erkennen Arbeitgeber und DGB, Krankenkassen, Unfallkasse, Berufsgenossenschaften, Rentenversicherung sowie die Agentur für Arbeit im Land die Bedeutung gesunder und guter Arbeitsverhältnisse in Baden-Württemberg an.

Darüber hinaus verpflichten sie sich selbst zur Entwicklung, Einführung und Stärkung wirksamer und zusätzlicher Maßnahmen zur Förderung und Unterstützung von Gesundheit am Arbeitsplatz. Neben Maßnahmen des Arbeitsschutzes werden künftig verstärkt auch Maßnahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements und der Prävention in den Unternehmen umgesetzt werden. In Kommunalen Gesundheitsdialogen werden Beschäftigte, Unternehmen und weitere Partner darüber hinaus passende Maßnahmen für die jeweilige Situation vor Ort planen und sich an der Umsetzung in der Region beteiligen.

„Das Bündnis ist ein Meilenstein auf dem Weg der Landesregierung, Baden-Württemberg zum Musterland für gute und sichere Arbeit zu machen“, erklärte Ministerin Altpeter. „Angesichts des demografischen Wandels und der dynamischen Veränderungen in der Arbeitswelt werden der Erhalt und die Verbesserung der Gesundheit der Beschäftigten immer wichtiger – sowohl für den Einzelnen als auch für die Unternehmen. Entsprechende Maßnahmen können nur dann erfolgreich sein, wenn alle Beteiligten gemeinsam an einem Strang ziehen. Dazu erklären sich die Unterzeichnenden des Bündnisses „Arbeit und Gesundheit in Baden-Württemberg“ bereit. Das ist ein guter Tag für die Arbeitnehmer und die Arbeitgeber im Land.“

 

Statements der Partner

„Gesunde und leistungsfähige Mitarbeiter sind eine wichtige Grundlage für den Erfolg unserer Unternehmen“, sagte Peer-Michael Dick, Hauptgeschäftsführer der Arbeitgeber Baden-Württemberg: „Deshalb engagieren sich unsere Betriebe auch in hohem Maße über die gesetzliche Pflicht des Arbeitsschutzes hinaus in der Gesundheitsförderung ihrer Beschäftigten und in der Prävention.“ Die Arbeitswelt sei jedoch nicht der einzige bestimmende Faktor, so Dick: „Der private Lebenswandel hat einen noch höheren Einfluss auf die Gesundheit. Deshalb ist es nur konsequent und richtig, dass das gemeinsame Bündnis auch die Eigenverantwortung der Beschäftigten betont.“

Der DGB Landesvorsitzende Nikolaus Landgraf bot Arbeitsministerin Altpeter und den Bündnispartnern an, bei der Stärkung des Arbeitsschutzes an einem Strang zu ziehen. Er betonte aber, dass hierzu eine funktionierende Gewerbeaufsicht mit ausreichender Personalausstattung gehöre. „Es ist gut, dass das Land acht neue Stellen etwa für Gewerbeärzte und Arbeitspsychologen geschaffen hat“, sagte Landgraf. Doch der Personalbedarf sei weit höher. Die Zahl der von der Gewerbeaufsicht besuchten Betriebe sei von 33.000 im Jahr 2009 auf zuletzt 12.600 gesunken.

Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg, sagte: „In der uns übertragenen Verantwortung für fast 4 Millionen Versicherte in unserem Land sind die Leitsätze ein deutlich positives Zeichen dafür, welchen hohen Stellenwert das Gut Gesundheit und seine nachdrückliche Förderung hat. Die AOK Baden-Württemberg unterstützt als größte Krankenkasse im Südwesten dieses Bündnis ausdrücklich. Mit „Lebe Balance im Betrieb“ haben wir ein bisher deutschlandweit einzigartiges Angebot für alle Unternehmen im Land aufgelegt. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter lernen auf wissenschaftlich fundierter Basis, mehr für die Förderung ihrer eigenen psychischen Gesundheit zu tun. Das Programm hilft dabei, geeignete Schutzfaktoren zur Bewältigung der Herausforderungen im Betriebsalltag aufzubauen.“

Für die B 52-Verbändekooperation Baden-Württemberg, zu welcher der BKK Landesverband Süd, die IKK classic, die Knappschaft und die Ersatzkassen gehören, ist das Sektoren übergreifende Denken und Handeln entscheidend. Der Leiter des Verbands der Ersatzkassen (vdek) - Landesvertretung Baden-Württemberg, Walter Scheller, stellte fest: „Für uns ist der Nutzen für unsere Versicherten von zentraler Bedeutung. Wir setzen uns seit vielen Jahren für eine umfassende, zielbezogene und qualitätsgesicherte Stärkung von Prävention und Gesundheitsförderung für unsere Versicherten ein. Wir sehen in dem Bündnis einen essentiellen Beitrag vieler Akteure, gute und gesunde Arbeitsverhältnisse für unsere Versicherten zu schaffen, zu erhalten und weiter zu entwickeln. Das bleibt für uns eine ständige Herausforderung und Aufgabe.“

Hubert Seiter, Chef der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg, betonte: „Wir wollen Beschäftigte möglichst lange gesund, leistungsfähig und mit angemessener Bezahlung in Arbeit halten. Unser Firmenservice sowie gute Rehabilitationskliniken und Berufsförderungswerke helfen mit, wenn Wiedereingliederungsmaßnahmen notwendig sind.“

Martina Lehmann, Geschäftsführerin Arbeitslosenversicherung der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit, erklärte: „Gesundheit wirkt sich maßgeblich auf das Arbeitsleben und damit auch auf die Leistungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit von Frauen und Männern aus. Die Regionaldirektion Baden-Württemberg ist hier in zweifacher Hinsicht gefragt. Der Gesundheitszustand unserer Kundinnen und Kunden spielt für die Arbeitsaufnahme eine wichtige Rolle. Menschen, die Klarheit über ihre gesundheitliche Verfassung haben, können gemeinsam mit uns berufliche Perspektiven entwickeln und unterstützende Hilfen wahrnehmen. In ihrer Rolle als Arbeitgeberin steht die Regionaldirektion Baden-Württemberg ebenso in der Verantwortung. Unser Betriebliches Gesundheitsmanagement ist ein fester Bestandteil zur Gesundheitsförderung und -erhaltung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“

Für die Berufsgenossenschaften und die Unfallkasse Baden-Württemberg begrüßte Thomas Köhler, Landesdirektor Südwest der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), die Vereinbarung: „Investitionen in Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit lohnen sich. Gerade kleine Unternehmen tun sich aber schwer damit. Eine Bäckerei mit fünf Angestellten hat eben nicht dieselben Ressourcen wie eine Autofabrik. Hier wollen wir im Bündnis mehr Unterstützung geben. Viele Beispiele zeigen: Auch kleine Betriebe haben viel Potenzial, um die Gesundheit ihrer Beschäftigten zu fördern.“

Siegfried Tretter, Geschäftsführer der Unfallkasse Baden-Württemberg, sagte: „Der Mensch und seine Gesundheit stehen seit Jahren im Mittelpunkt des Handelns der Unfallkasse Baden-Württemberg. Nicht allein die gesetzlichen Vorgaben zu Arbeits- und Gesundheitsschutz, sondern das Bewusstsein, dass das wichtigste Kapital aller Beschäftigten die Gesundheit und Leistungsfähigkeit sind, sollte die Grundlage unserer Bemühungen sein. Dieser Tag und dieses Bündnis ist Ausdruck des erklärten Willens der Beteiligten, sich dem Arbeits- und Gesundheitsschutz in einer sich immer schneller verändernden Arbeitswelt in besonderem Maße anzunehmen. Ein erfülltes Arbeitsleben und eine stabile Gesundheit bis ins hohe Alter, dafür steht der heutige Tag, dafür steht das Bündnis, dafür setzt sich die UKBW gerne als aktiver Partner ein.“

 

Quelle: Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren Baden-Württemberg

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news-9 Fri, 06 Mar 2015 10:08:00 +0100 „Großer Präventionspreis 2015" ausgeschrieben https://www.gesundheitsdialog-bw.de//mitteilungen/detailansicht/grosser-praeventionspreis-2015-ausgeschrieben/ Sozialministerin Katrin Altpeter hat Einrichtungen, Organisationen und private Initiativen in Baden-Württemberg, die Projekte zur Gesundheitsförderung und Prävention für Kinder und Jugendliche anbieten, zur Teilnahme am Wettbewerb um den „Großen Präventionspreis 2015“ aufgerufen. Der von der Stiftung für gesundheitliche Prävention Baden-Württemberg ausgeschriebene Wettbewerb greift in diesem Jahr einen Leitsatz des im vergangenen Jahr von den Gesundheitsakteuren im Land erarbeiteten Gesundheitsleitbildes Baden-Württemberg auf: Er legt den Schwerpunkt auf Initiativen, die auf die Herstellung von gesundheitlicher Chancengleichheit für Kinder und Jugendliche abzielen. Bewerbungen sind ab sofort bis zum 22. April möglich.

Zur Bedeutung von Prävention und Gesundheitsförderung schon bei den Kleinsten erklärte die Ministerin: „Die Grundlagen für die Gesundheit werden bereits im Säuglings- bzw. Kindesalter angelegt, manche sogar noch vor der Geburt. Schon in der frühesten Kindheit erlernen wir Verhaltensweisen, die Auswirkungen auf unsere Gesundheit bis ins Erwachsenenalter hinein haben.“

Altpeter verwies auf eine bundesweite Studie des Robert-Koch-Instituts, wonach die soziale Herkunft von Kindern direkte Auswirkungen auf deren Gesundheitszustand habe. Demnach seien unter Kindern aus sozial schwachen Familien unter anderem Bewegungsmangel, Übergewicht und Rauchen stärker verbreitet als unter Kindern der Mittel- und Oberschicht. „In Baden-Württemberg richten wir unsere Gesundheitspolitik danach aus, allen Menschen von Geburt an ein gesundheitsförderliches Aufwachsen und Leben zu ermöglichen“, erklärte die Ministerin. Der „Große Präventionspreis“ werde dazu beitragen, vorbildliche Initiativen und Projekte bekannt zu machen und ins Land zu tragen.

 

Wer kann sich bewerben?

Bewerben können sich Projekte in Baden-Württemberg, die

  • einen lebensweltorientierten Ansatz haben und auf die Herstellung von gesundheitlicher Chancengleichheit für Kinder, Jugendliche und deren Familien von Geburt an zielen,
  • besonders nachahmenswert, praxiserprobt und in ihrer Struktur übertragbar sind,
  • ihre Zielsetzung zur Gesundheitsförderung und Prävention konzeptionell beschrieben haben,
  • die Umsetzung des Konzepts nachhaltig anlegen, vor Ort umsetzen, unterstützende Partner miteinbeziehen und zu deren Vernetzung beitragen,
  • ihre Zielerreichung im Sinne von Qualitätsmanagement regelmäßig überprüfen und die Vorgehensweise optimieren.

Voraussetzung für die Teilnahme am Wettbewerb ist, dass die Projekte bereits etabliert und langfristig angelegt sind.

Eine Jury aus namhaften Vertretern aus Gesundheitswesen, Forschung und Praxis wird die eingereichten Bewerbungen bewerten und Nominierte und Preisträger auswählen. Ausgezeichnet werden Erst- und Zweitplatzierte in den Kategorien „Werdende Mütter und Eltern“, „Kinder von 0 - 3 Jahren“ sowie „Jugendliche von 13 – 18 Jahren“. Insgesamt werden 50.000,- Euro Preisgelder vergeben. Die Preisverleihung findet am 22. Juli statt.

Details zur Ausschreibung und den Zielgruppen sowie Bewerbungsunterlagen finden Sie auf der Homepage der Stiftung für gesundheitliche Prävention Baden-Württemberg.

 

Quelle: Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren Baden-Württemberg

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news-10 Fri, 06 Feb 2015 10:09:00 +0100 Neues Online-Portal für den Gesundheitsatlas Baden-Württemberg https://www.gesundheitsdialog-bw.de//mitteilungen/detailansicht/neues-online-portal-fuer-den-gesundheitsatlas-baden-wuerttemberg/ Vier Jahre nach seiner ersten Veröffentlichung präsentiert sich der Gesundheitsatlas Baden-Württemberg mit einem komplett neuen Internetauftritt. „Wer aktuelle Zahlen und Fakten zu wichtigen Gesundheitsthemen sucht, findet im Gesundheitsatlas nun ein nutzerfreundliches, interaktives Instrument“, sagte Gesundheitsministerin Katrin Altpeter.

Die Datenbasis wurde mehr als verdoppelt und benutzerfreundlich umgestaltet. Die landesweit und regional aufbereiteten Gesundheitsinformationen in Form von Tabellen, Karten und Berichten seien eine hervorragende Grundlage für die Beratungen in den Kommunalen Gesundheitskonferenzen und erleichterten die Gesundheitsplanung, so die Ministerin.

Aber auch für die Recherche der Medien biete der Gesundheitsatlas eine Menge Stoff, ebenso für interessierte Bürgerinnen und Bürger. „Der Gesundheitsatlas schafft Transparenz und ist Bestandteil des Zukunftsplans Gesundheit des Sozialministeriums“, so die Ministerin.

Altpeter: „Mit wenigen Klicks lassen sich z. B. Daten zur Lebenserwartung, zu Ärztedichte und zur medizinischen Versorgung im ländlichen Raum, zu Impfquoten oder zu alkoholbedingten Behandlungsfällen von Kindern und Jugendlichen herausfiltern, und zwar bezogen auf die Kreise und das Land."


Bundesweit einzigarte Aufbereitung von Gesundheitsdaten

Mit einigen speziellen Elementen der Datenaufbereitung ist der Gesundheitsatlas Altpeter zufolge bundesweit einzigartig. So wird z. B. die durchschnittliche Entfernung (in km) der Einwohner einer Gemeinde zum nächsten Arzt im Jahr 2014 und in drei Modellen unter bestimmten Annahmen der Wiederbesetzung der Kassensitze für das Jahr 2030 dargestellt. Im ersten Modell wird angenommen, dass in etwa 15 Jahren alle Ärzte über 60 Jahren ausgestiegen sind und ihre Kassensitze nur in Städten mit mehr als 10.000 Einwohnern nachbesetzt werden können. Im zweiten Modell werden Kassensitze nur in den Zentren und deren Randzonen nachbesetzt. Das dritte Modell betrachtet den Fall, dass die Kassensitze nur in den Städten mit 5.000 und mehr Einwohnern nachbesetzt werden können.

Altpeter: „Diese modellhaften Zukunftsszenarien zur Darstellung der ambulanten medizinischen Versorgung und die Erreichbarkeitsanalyse zum nächsten Arzt haben gerade für die Gesundheitsplanung in den Kreisen eine große Bedeutung.“


Online-Suche mit weiterführenden Informationen

Im bundesweiten Vergleich stechen auch die ausführlichen Berichte zu den Themen Diabetes mellitus sowie Kinder- und Jugendgesundheit bis hinab auf die Kreisebene ins Auge, die es in dieser Form nur im Gesundheitsatlas Baden-Württemberg gibt. Auch die bequeme Suchfunktion innerhalb des Gesundheitsatlas ist bundesweit einmalig.

Für den Neuauftritt des Gesundheitsatlas wurde eine eigene Homepage erstellt. Es können Daten zu 60 Indikatoren – mehr als doppelt so viel wie bisher – abgerufen werden. Weiterführende Informationen zum Herunterladen und Verlinkungen auf externe Quellen, z. B. zur Arztsuche der Kassenärztlichen Vereinigung, runden das Angebot ab.

Eine Gesamtübersicht aller verfügbaren Daten und Karten im Gesundheitsatlas Baden-Württemberg von „A“ wie „Alkoholbedingte Behandlungsfälle bei Kindern und Jugendlichen“ bis „W“ wie „Wichtige Krankenhausangebote“ finden Sie hier.

 

Quelle: Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren

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news-11 Wed, 22 Oct 2014 10:11:00 +0200 Gesundheitsakteure im Land vereinbaren gemeinsame Ziele zur Weiterentwicklung des Gesundheitssystems https://www.gesundheitsdialog-bw.de//mitteilungen/detailansicht/gesundheitsakteure-im-land-vereinbaren-gemeinsame-ziele-zur-weiterentwicklung-des-gesundheitssystems/ Sozialministerin Katrin Altpeter hat am Mittwoch (22. Oktober) auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Vorstandsvorsitzenden der AOK Baden-Württemberg, Dr. Christopher Hermann, dem Vorstandsvorsitzenden der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft, Landrat Thomas Reumann, sowie Frank Kissling von der LAG Selbsthilfe Baden-Württemberg das neue Gesundheitsleitbild für Baden-Württemberg vorgestellt.

Das Leitbild beschreibt, nach welchen Kriterien das Gesundheitssystem im Land in Zukunft weiterentwickelt werden soll und gibt Handlungsempfehlungen für die Umsetzung. Es ist das Ergebnis eines breit angelegten Beteiligungsprozesses mit allen Akteuren des Gesundheitswesens in Baden-Württemberg sowie Bürgerinnen und Bürgern. Künftig soll das Leitbild als Grundlage und Orientierungsrahmen für alle mit der Weiterentwicklung des Gesundheitswesens befassten Gremien und Organisationen sowie für Gesundheitsdialoge auf Landes-, Kreis- und Gemeindeebene dienen. Wie genau das geschehen soll, darüber diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der zweiten Landesgesundheitskonferenz (LGK) am Mittwochnachmittag.

Ministerin Altpeter wies darauf hin, dass die Landesgesundheitskonferenz insbesondere in Fragen der medizinischen Versorgung, der Pflege und der Gesundheitsförderung wegen der Bundeszuständigkeit keine rechtlich verbindlichen Beschlüsse erlassen könne. Jedoch: „In keinem anderen Bundesland ist es bisher gelungen, alle relevanten Akteure des Gesundheitswesens an einen Tisch zu bringen und gemeinsame Empfehlungen auszusprechen, die dann von den Beteiligten freiwillig im Rahmen ihrer Möglichkeiten umgesetzt werden. Darauf können wir in Baden-Württemberg stolz sein.“

Das Gesundheitswesen in Baden-Württemberg stehe heute noch gut da. „Angesichts der Alterung der Gesellschaft, der damit einhergehenden Zunahme chronischer Erkrankungen und der Begrenztheit finanzieller Mittel müssen wir uns aber Gedanken darüber machen, wie wir das auch in Zukunft sicherstellen können“, so Ministerin Altpeter. „Mit dem Gesundheitsleitbild bekennen sich alle Akteure zu einem regionalisierten Gesundheitssystem, das stark am Patienten ausgerichtet ist und die verschiedenen Versorgungsbereiche eng miteinander vernetzt. Das ist ein wichtiger Schritt hin zu einer zukunftsfähigen Gesundheitsversorgung.“

Statement AOK Baden-Württemberg

Anerkennende Worte kamen vom Vorstandsvorsitzenden der größten Krankenkasse im Land: „Es ist eine große Leistung, die gesundheitspolitischen Vorstellungen von so vielen Akteuren unter einen Hut bekommen zu haben“, so Christopher Hermann. Der AOK-Chef betonte die Mitverantwortung der AOK für die Gestaltung des Gesundheitswesens. Wichtig sei es, auf bestehenden Strukturen aufzubauen und dabei stärker als bisher auf Qualität als Entscheidungskriterium zu achten. Noch wichtiger als das Leitbild an sich ist für den AOK-Chef dessen Umsetzung: „Nun geht es darum, das Leitbild mit Leben zu füllen. Dies kann nur vor Ort geschehen. Die AOK Baden-Württemberg wird ihren Beitrag dazu leisten.“

Statement Baden-Württembergische Krankenhausgesellschaft

Laut dem Vorstandsvorsitzenden der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft, Landrat Thomas Reumann, passe das Gesundheitsleitbild zu dem landestypischen Verständnis der Akteure des baden-württembergischen Gesundheitswesens, stärker als andernorts auf Verständigung und Kompromiss aus zu sein. „Die Erarbeitung des Gesundheitsleitbilds in einem breiten Beteiligungsverfahren war eine Pioniertat. Ich bewerte das Ganze als Erfolg – nicht nur das Ergebnis, sondern auch den Prozess als solchen. Die breite Einbeziehung von Sachverstand aus dem Bereich der professionellen Akteurinnen und Akteure, der Bürgerinnen und Bürger und der Patientinnen und Patienten – diese umfassende Mobilisierung von Kenntnis und Erfahrung hat sich bewährt und dem Gesundheitsleitbild gutgetan“, so Reumann.

Statement Patientenvertreter

Auch Frank Kissling von der der LAG Selbsthilfe Baden-Württemberg lobte Entstehung und Inhalt des Gesundheitsleitbildes. Dass sich auch Menschen, die selbst von einer Behinderung oder einer chronischen Erkrankung betroffen sind, persönlich einbringen konnten, zeige, wie bürgernah das Gesundheitsleitbild erarbeitet wurde. „Aus Sicht der Patientenvertreter und der Selbsthilfe gibt das Leitbild die richtige Richtung zur Weiterentwicklung unseres Gesundheitswesens vor“, so Kissling. Nun seien alle Beteiligten aufgefordert, alle Gesundheitsbereiche in Baden-Württemberg noch bürger- und patientenorientierter weiterzuentwickeln sowie noch stärker miteinander zu vernetzen. „Die Akteure aus der Patientenvertretung und der Selbsthilfe sind bereit, sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten an der Umsetzung des Gesundheitsleitbildes zu beteiligen.“

Welche Ziele verfolgt das Gesundheitsleitbild?

Das Gesundheitsleitbild sieht vor, die Gesundheitsförderung und Prävention zu stärken. Dieser Bereich soll künftig gleichberechtigt neben der medizinischen Versorgung und Pflege stehen. Zudem spielt die Bürger- und Patientenorientierung als wichtiges Qualitätsmerkmal eine große Rolle. Zielgruppen- und bedarfsorientierte, auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basierende Angebote versprechen den bestmöglichen gesundheitlichen Nutzen für jeden einzelnen Patienten und für die Bevölkerung insgesamt. Durch eine noch bessere Vernetzung sollen sektorenübergreifende Strukturen entstehen. Sie können die Versorgung insbesondere chronisch kranker Menschen verbessern und tragen dazu bei, Übergänge besser zu gestalten. Regionale Analysen und Diskussionsprozesse in den Kommunalen Gesundheitskonferenzen der Stadt- und Landkreise sollen darüber hinaus zukünftig Grundlage für die Gestaltung der Versorgungsstrukturen und der Lebenswelten vor Ort sein. Die Bürgerinnen und Bürger sollen daran beteiligt werden.

Wie wird das Gesundheitsleitbild umgesetzt?

Damit das Gesundheitsleitbild keine Theorie bleibt, sind alle beteiligten Akteure aufgefordert, die Leitsätze in ihren Organisationen aufzugreifen und in ihre Arbeit einfließen zu lassen. Gleiches gilt für die verschiedenen Fachgremien auf Landesebene – z. B. den sektorenübergreifenden Landesbeirat, den Landeskrankenhausausschuss, den Landespflegeausschuss und den Landesbeirat Geriatrie. Über die eingeleiteten Schritte und den Stand der Umsetzung in den verschiedenen Bereichen werden die Akteure und Gremien im kommenden Jahr auf der nächsten Landesgesundheitskonferenz berichten.

Ministerin Altpeter kündigte in diesem Zusammenhang ein Pilotvorhaben in sechs Stadt- und Landkreisen an. Die teilnehmenden Kreise sollen dabei einen „Fachplan Gesundheit“ für ihre Region erstellen. Auf Grundlage der gesundheitlichen und sozialen Gegebenheiten einschließlich der Versorgungssituation vor Ort sollen Handlungsziele und Maßnahmen im Sinne des Gesundheitsleitbildes formuliert werden. Die teilnehmenden Kreise werden mit je 50.000 Euro gefördert. Darüber hinaus soll in einem weiteren Modellprojekt beispielhaft für eine Region in Baden-Württemberg ein sektorenübergreifendes Versorgungskonzept entwickelt werden. Dieses Projekt, für das 1 Mio. Euro zur Verfügung stehen, ist auf zwei Jahre angelegt und soll wissenschaftlich begleitet werden.

Ergänzende Informationen:

Die Landesgesundheitskonferenz hatte das Leitbild gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern erarbeitet. Sie bildet das Dach der gesundheitspolitischen Akteure im Land und setzt sich aus Vertretern der Leistungserbringer, der Wissenschaft, der Kostenträger, der Patienten- bzw. Bürgerschaft, der Arbeitnehmer- und Arbeitgeber sowie der Landes- und Kommunalebene zusammen.

Quelle: Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren

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news-12 Wed, 17 Sep 2014 10:11:00 +0200 Hospiz- und Palliativversorgung in Baden-Württemberg wird weiterentwickelt https://www.gesundheitsdialog-bw.de//mitteilungen/detailansicht/hospiz-und-palliativversorgung-in-baden-wuerttemberg-wird-weiterentwickelt/ Ministerin Katrin Altpeter MdL berichtet über die nächsten Umsetzungsschritte im Rahmen des Zukunftsplans Gesundheit.

Sozialministerin Katrin Altpeter hat am Mittwoch (17. September) mitgeteilt, dass die Hospiz- und Palliativversorgung in Baden-Württemberg weiterentwickelt wird. Insbesondere soll der flächendeckende Aufbau speziell geschulter Teams fortgeführt werden, um es unheilbar kranken Menschen überall im Land zu ermöglichen, bis zu ihrem Tod im eigenen Zuhause bleiben zu können. Ein entsprechendes Arbeitsprogramm wird das Sozialministerium zusammen mit Experten in den kommenden Monaten auflegen. Außerdem kündigte die Ministerin ein Online-Informations-Portal an, das über die verschiedenen Versorgungsangebote im Bereich der Hospiz- und Palliativversorgung informieren soll. Das Kabinett hat dem Vorschlag der Ministerin auf seiner letzten Sitzung zugestimmt.

„Zurzeit wird in der Öffentlichkeit viel über Sterbehilfe diskutiert. Gerade deshalb ist es wichtig, auf die Angebote der Hospiz- und Palliativversorgung aufmerksam zu machen. Die Hospiz- und Palliativversorgung kann Leiden mildern und die verbleibende Zeit mit möglichst viel Lebensqualität füllen. Schwerkranke und sterbende Patientinnen und Patienten und ihre Angehörigen werden in dieser schwierigen Lebenssituation nicht allein gelassen“, so die Ministerin.

Grundlage der Weiterentwicklung ist eine vom Landesbeirat Palliativversorgung im Auftrag des Ministeriums in den letzten Monaten erarbeitete Hospiz- und Palliativversorgungskonzeption für Baden-Württemberg. In dem Gremium sitzen Vertreterinnen und Vertreter aller relevanten Akteure aus dem Bereich, z.B. der Krankenhäuser und ambulanten Pflegedienste, der Wissenschaft, der Krankenkassen, der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen sowie der Wohlfahrtspflege und der Selbsthilfe. Die Ministerin dankte allen Beteiligten für die Erarbeitung des Konzepts.

Flächendeckender Ausbau von Palliative Care Teams

Besonders wichtig ist Ministerin Altpeter der flächendeckende Ausbau der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) im Land. Diese ermöglicht schwerstkranken und sterbenden Personen durch die Betreuung speziell geschulter Teams, bis zu ihrem Tod zuhause zu bleiben und dort sterben zu können. „Unheilbar bzw. sterbenskranke Menschen wollen so weit wie möglich schmerz- und beschwerdefrei im Kreise vertrauter und ihnen nahestehender Menschen sterben“, so die Ministerin. Bundesweit sterben dennoch etwa 70 Prozent der Menschen in Krankenhäusern und Pflegeheimen, nur etwa 25 Prozent sterben zuhause. Aktuell gibt es in Baden-Württemberg 30 SAPV-Versorgungsregionen, über 80 Prozent der Bevölkerung können auf das Angebot zurückgreifen.

Mehr Palliativversorgungsangebote für Kinder und ihre Familien

Auch die Palliativversorgungsangebote für Kinder und Jugendliche sollen nach Aussage der Ministerin ausgebaut werden. Voraussetzung dafür sind entsprechende Vereinbarungen zwischen den Krankenkassen und Leistungserbringern. In Baden-Württemberg gibt es schätzungsweise 400 bis 550 palliativ betreute Kinder, die einen spezialisierten palliativen Versorgungsbedarf haben.

„Während Baden-Württemberg im Unterschied zu anderen Bundesländern über ein sehr gut ausgebautes Netz von ambulanten Kinderpflegediensten und ambulanten Kinder- und Jugendhospizdiensten verfügt und in Stuttgart gerade das erste Kinderhospiz im Land geplant wird, haben wir an anderer Stelle noch Nachholbedarf“, so die Ministerin.

Ein Schwerpunkt soll auf der Einrichtung von spezialisierten pädiatrischen Palliativversorgungsangeboten (SAPPV) liegen. Die Aufgabe der SAPPV-Teams besteht in der Beratung und in der Koordination aller beteiligten häuslichen Dienste und Ärzte und/oder in der Teil- oder Vollversorgung des erkrankten Kindes und seiner Familie. Bei den Kliniken für Kinder- und Jugendmedizin sollen zudem spezialisierte pädiatrische Palliativteams installiert werden. „Kinder mit einer lebensverkürzenden Erkrankung und ihre Familien brauchen eine besonders intensive Betreuung“, so die Ministerin. „Denn ganz unabhängig von der unvorstellbaren seelischen Belastung für alle Betroffenen, leben viele Kinder anders als viele Erwachsene oft noch jahrelang, nachdem die Diagnose erstellt worden ist und durchleiden in dieser Zeit in der Regel mehrmals so schwere Krankheitssymptome, dass sie eine spezialisierte palliativmedizinische Versorgung benötigen.“

Weitere Maßnahmen

Die Ministerin wies darauf hin, dass sich auch die Pflegeheime und die Einrichtungen der Behindertenhilfe angesichts der demografischen Entwicklung in zunehmendem Maße auf die Pflege Sterbender einstellen müssten. Nach Berechnungen des Statistischen Landesamtes wird die Zahl der 60-Jährigen und Älteren bis 2020 voraussichtlich um ein Viertel auf dann 3,1 Millionen anwachsen. Dabei nimmt die Zahl der älteren Menschen mit Schwerbehinderungen ebenso zu wie die Zahl der Demenzkranken.

Ergänzende Informationen:

In Baden-Württemberg erfolgt die ambulante Versorgung schwerstkranker und sterbender Patienten im ärztlichen Bereich hauptsächlich über niedergelassene Ärztinnen und Ärzte. Zudem besteht ein flächendeckendes Netz an qualifizierten Pflegediensten, zu deren Versorgungsangebot grundsätzlich auch die häusliche palliativpflegerische Versorgung gehört. Darüber hinaus gibt es zurzeit 259 ambulante Hospizdienste und 31 ambulante Kinder- und Jugendhospize, die flächendeckend über das ganze Land verteilt sind sowie vier Hospizwohnungen. In den Krankenhäusern im Land stehen nach Angaben des Hospiz- und PalliativVerbandes Baden-Württemberg aktuell ca. 212 speziell eingerichtete Palliativbetten zur Verfügung. 26 stationäre Hospize mit 195 Betten ermöglichen Patientinnen und Patienten, bei denen eine Krankenhausbehandlung nicht erforderlich und eine ambulante Betreuung nicht möglich ist, flächendeckend im Land eine stationäre Palliativversorgung.

Die „Hospiz- und Palliativ-Versorgungskonzeption für Baden-Württemberg“ kann unter Publikationen abgerufen werden.

Quelle: Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren

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news-13 Wed, 09 Jul 2014 10:12:00 +0200 Sozialministerin stellt Leitbild zur Weiterentwicklung des Gesundheitssystems vor https://www.gesundheitsdialog-bw.de//mitteilungen/detailansicht/sozialministerin-stellt-leitbild-zur-weiterentwicklung-des-gesundheitssystems-vor/ Das Leitbild ist ein Ergebnis des Landesgesundheitsdialogs, eines bundesweit einmaligen Beteiligungsverfahrens, in dem sich neben den Akteuren des Gesundheitswesens auch Bürgerinnen und Bürger einbringen können. Als gemeinsame Ziele definiert sind die stärkere Ausrichtung des Gesundheitswesens am Patienten, eine engere Vernetzung der Akteure sowie eine bedeutendere Beteiligung der kommunalen Ebene, sagte Sozialministerin Katrin Altpeter

Nach einem rund einjährigen breit angelegten Diskussionsprozess hat Sozialministerin Katrin Altpeter am Mittwoch (9. Juli) ein Gesundheitsleitbild zur Weiterentwicklung des Gesundheitssystems in Baden-Württemberg vorgestellt. Das Leitbild ist ein Ergebnis des Landesgesundheitsdialogs, eines bundesweit einmaligen Beteiligungsverfahrens, in dem sich neben den Akteuren des Gesundheitswesens auch Bürgerinnen und Bürger einbringen können. Als gemeinsame Ziele definiert sind die stärkere Ausrichtung des Gesundheitswesens am Patienten, eine engere Vernetzung der Akteure sowie eine bedeutendere Beteiligung der kommunalen Ebene. Diese Weiterentwicklung des Gesundheitssystems in den Handlungsfeldern Gesundheitsförderung und Prävention, medizinische Versorgung und Pflege beschreibt das Leitbild als gemeinsame Aufgabe aller Beteiligten. „Das Gesundheitsleitbild wird künftig in allen Gremien und Organisationen, die sich mit der Weiterentwicklung des Gesundheitswesens beschäftigen, als Richtlinie dienen und den Rahmen für alle Gesundheitsdialoge auf Landes-, Kreis- und Gemeindeebene bilden“, erklärte Ministerin Altpeter auf einem Statussymposium zur Landesgesundheitskonferenz in Stuttgart. Die Landesgesundheitskonferenz bildet das Dach der gesundheitspolitischen Gremien des Sozialministeriums.

Das baden-württembergische Gesundheitssystem sieht sich angesichts des demografischen Wandels großen Herausforderungen gegenüber, etwa durch die Alterung der Gesellschaft, die damit einhergehende Zunahme chronischer Erkrankungen und die Begrenztheit finanzieller Mittel. Ministerin Altpeter zufolge steht das Gesundheitswesen aktuell noch gut da, aber „wir müssen heute schon überlegen, wie wir mit diesen Herausforderungen umgehen, damit das auch in Zukunft so bleibt.“ Mit dem Gesundheitsleitbild liege nun ein klarer Orientierungsrahmen vor.

Als nächsten Schritt kündigte die Ministerin an, das Gesundheitsleitbild in die verschiedenen Fachgremien auf Landesebene - z. B. den Sektorenübergreifenden Landesbeirat, den Landeskrankenhausausschuss, den Landespflegeausschuss und den Landesbeirat Geriatrie – einzuspeisen. Auf kommunaler Ebene sollen die Kommunalen Gesundheitskonferenzen der Land- und Stadtkreise wesentlich dazu beitragen, kommunale Ziele im Sinne der Leitsätze festzulegen und die regionalen Versorgungsstrukturen entsprechend zu gestalten. Heute schon haben 35 der 44 Stadt- und Landkreise eine Kommunale Gesundheitskonferenz eingerichtet bzw. angekündigt. „Mein Ziel ist es, dass alle Stadt- und Landkreise eine Gesundheitskonferenz einrichten, um vor Ort Lösungen für die Herausforderungen im Gesundheitsbereich zu erarbeiten“, so die Ministerin.

Der Dialog zur Umsetzung des Gesundheitsleitbildes soll auf der nächsten Landesgesundheitskonferenz am 22. Oktober fortgesetzt werden.

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