Modellprojekt Sektorenübergreifende Versorgung

Das Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg fördert seit Januar 2016 über einen Zeitraum von zwei Jahren ein Modellprojekt zur Sektorenübergreifenden Versorgung. Das wissenschaftlich begleitete Projekt besteht aus zwei zusammenhängenden Teilprojekten und wird flankiert von Bürgerdialogen.

Ziel des Modellprojektes ist die Erarbeitung eines sektoren- und kreisübergreifenden Versorgungskonzeptes in der Modellregion Südwürttemberg (Reutlingen, Biberach, Ravensburg). Aus dem Projekt gewonnene Erfahrungen und Parameter sollen anschließend auch anderen Regionen zur Weiterentwicklung ihrer Versorgungsstrukturen zur Verfügung stehen.

Auch bei derzeit noch qualitativ hochwertiger medizinischer Versorgung steht unser Gesundheitssystem vor großen Herausforderungen. Hierzu zählen der demografische Wandel und damit verbunden eine immer älter werdende Gesellschaft, ein sich damit verändernder Behandlungsbedarf, die Zunahme chronischer Erkrankungen und der Fachkräftemangel.   

Zur Lösung sich abzeichnender Probleme kann eine sektorenübergreifende Weiterentwicklung der Versorgungsstrukturen und eine Überwindung der klassischen Grenzen der Bedarfsplanung beitragen.

Grundlage der Erarbeitung des Konzepts wird eine Datenerhebung und -analyse durch die Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung der Universität Heidelberg sein. Darin sollen für folgende Aspekte Daten sowohl für ganz Baden-Württemberg als auch für die Land- und Stadtkreise erhoben und analysiert werden:

  • Morbidität der Bevölkerung Baden-Württembergs
  • Ist-Zustand der ambulanten, der (teil-)stationären und damit sektorenübergreifenden Gesundheitsversorgung (Versorgungsangebot) inklusive Gesundheitsförderung und Prävention
  • Inanspruchnahme des Gesundheitssystems (u.a. Patientenströme, Schnittstellen an den Sektorengrenzen) in den Bereichen Gesundheitsförderung und Prävention, ambulante und (teil-) stationäre Versorgung
  • Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystems (z.B. Patientensicherheit)
  • Nicht-medizinische Determinanten der Gesundheit (Gesundheitsverhalten, demografische Faktoren wie Alter u.a.)

Ziel ist es, aus diesen Daten auf den zukünftigen Versorgungsbedarf schließen zu können. Dieser wiederum stellt die Grundlage für eine übersektorale Versorgungsplanung in der Region (siehe Teilprojekt 2) dar.

In Teilprojekt 2 soll in der Modellregion Südwürttemberg mit wissenschaftlicher Unterstützung des Instituts für Allgemeinmedizin der Universität Frankfurt ein Konzept zur sektoren- und kreisübergreifenden Versorgung entwickelt werden. Erkenntnisse aus den begleitenden, von der Universität Stuttgart durchgeführten Bürgerdialogen werden in die Konzepterarbeitung einfließen.

Zunächst sollen das Versorgungsangebot und der Versorgungsbedarf für ausgewählte Krankheitsgruppen/-bilder in den beteiligten Landkreisen abgebildet werden (IST-Analyse). Im Rahmen einer SOLL-Analyse werden danach Versorgungs- und Patientenpfade zu bestimmten Krankheitsbildern anhand nationaler Leitlinien erarbeitet. Auf der Basis eines SOLL-IST-Abgleichs sollen aktuelle Schnittstellenprobleme dargestellt, Optimierungspotential ausgelotet und unter Berücksichtigung demografischer Entwicklungen sowie der zukünftigen Morbidität ein Maßnahmenplan entwickelt werden.

Hinsichtlich der Einbindung von Bürgerinnen und Bürgern sollen einerseits Betroffene als Expertinnen und Experten eingebunden werden, die bereits in den Landkreisen organisiert sind (Selbsthilfegruppen-/ Patientenvertreter). Diese sollen in krankheitsspezifischen Experten-Arbeitsgruppen bei der IST- und SOLL-Analyse mitarbeiten. Zusätzlich sollen „nicht organisierte“ Betroffene im Rahmen von Fokusgruppen befragt werden. Genauere Informationen können der Übersicht der Organisationsstrukturen und der ausgewählten Krankheitsbilder sowie der geplanten Umsetzung des Bürgerbeteiligungsverfahrens entnommen werden (siehe rechts im Downloadbereich).

  • Der Projektzeitplan kann rechts im Downloadbereich heruntergeladen werden.

    Ansprechpartner/-in
    Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg
    Jacqueline Weiler
    E-Mail
     weiler(at)sm.bwl.de
    Ansprechpartner/-in
    Projektkoordinator der Modellregion
    Dr. Gottfried Roller
    E-Mail
     g.roller(at)kreis-reutlingen.de
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